Was für ein Kampf! Der TSV Blaustein hat bei der MTG Wangen eine über weite Strecken starke Leistung gezeigt, musste sich nach einer 16:13 Halbzeitführung am Ende aber denkbar knapp mit 29:27 geschlagen geben.
Von Beginn an zeigte die junge Blausteiner Mannschaft, dass sie die beiden Niederlagen zum Saisonstart unbedingt vergessen machen wollte. Mit einer grandiosen Abwehr und viel Spielfreude im Angriff erwischte der TSV einen Traumstart. Über 3:0 und 4:2 setzte sich Blaustein immer wieder ab und fand dabei auch im Angriff tolle Lösungen. Ein entscheidender Faktor dabei war Bernd Frey im Blausteiner Tor. Mit zahlreichen starken Paraden hielt er seine Mannschaft immer wieder im Spiel und brachte die Wangener Angreifer teilweise zur Verzweiflung. Insgesamt zeigte Frey eine überragende Leistung und kam auf mehr als 15 Paraden. Blaustein ließ sich auch von zwischenzeitlichen Ausgleichstreffern nicht aus der Ruhe bringen. Immer wieder ging die Mannschaft in Führung und konnte sich kurz vor der Pause sogar deutlich absetzen. Beim 16:11 betrug der Vorsprung erstmals fünf Tore. Zwar konnte Wangen bis zum Seitenwechsel noch etwas verkürzen, doch Blaustein nahm eine verdiente 16:13-Führung mit in die Kabine. Über weite Strecken war es erstaunlich ruhig in der ansonsten so emotionalen Argenhalle. Die Blausteiner Leistung hatte die fast 1000 Zuschauer zunächst regelrecht verstummen lassen. Die Mannschaft von Trainer Philipp Frey hatte das Wangener Publikum mit ihrer konzentrierten Spielweise weitgehend aus dem Spiel genommen.
Nach der Pause blieb Blaustein zunächst am Drücker. Daniel Schmid, Luca Bosch und Florian Hipp sorgten weiterhin für wichtige Treffer, während die Abwehr und Bernd Frey im Tor den Vorsprung verteidigten. Beim 23:19 lag Blaustein sogar wieder mit vier Toren vorne. Doch mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie immer emotionaler. Einige unglückliche und auf beiden Seiten nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen der Schiedsrichter brachten Unruhe ins Spiel. Gleichzeitig erwachte die Halle wieder zum Leben. Die Wangener Zuschauer übernahmen nun endgültig das Kommando und trieben ihre Mannschaft frenetisch nach vorne. Wangen kämpfte sich Tor um Tor heran. Aus einem 23:26 wurde innerhalb weniger Minuten ein 26:26. Die letzten zehn Minuten wurden zu einem echten Handball-Krimi und die schwindenden Kräfte machten sich bemerkbar. Der kurzfristige Ausfall von Niklas Braune und die viel zu harten Zeitstrafen gegen Raffael Heinz in der ersten Halbzeit, die zur roten Karte führten, verringern die Wechseloptionen noch weiter. Wangen ging mit 27:26 in Führung, Blaustein antwortete durch Simon Denschlag zum 27:27. 55 Minuten waren gespielt, die Partie stand auf Messers Schneide. Kurz darauf hatte Wangen sogar die Chance, per Siebenmeter wieder in Führung zu gehen, doch Bernd Frey zeigt erneut seine Klasse im Tor der Blausteiner. Am Ende hatte die MTG jedoch das glücklichere Ende für sich. 28:27, Auszeit Wangen und praktisch mit der Schlusssirene fiel das entscheidende 29:27. Eine schmerzhafte Niederlage, die trotzdem Mut macht. Die junge Blausteiner Mannschaft hat in Wangen gezeigt, was in ihr steckt. Über weite Strecken war der TSV die bessere Mannschaft, kämpfte geschlossen, verteidigte leidenschaftlich und spielte im Angriff mit viel Selbstvertrauen.
Der verdiente Lohn blieb am Ende zwar aus – doch dieser Auftritt zeigt deutlich: Mit dieser Mannschaft ist in der Oberliga zu rechnen. Ein großes Kompliment an die komplette Mannschaft für diesen fantastischen Kampf. Jetzt gilt es, genau diese Leistung mitzunehmen und daraus die ersten Punkte der Saison zu holen.
Es spielten (Tore/Siebenmeter): Bernd Frey, Florian Schelkle, Jakob Bundschu, Daniel Schmid (7), Leon Schreinert, Simon Denschlag (4), Jan Riedel, Erik Hönig (1), Florian Hipp (5), Luca Bosch 6), Mick Grasser, Raffael Heinz (1), Lino Schmid (3/2)




